Braunkohle – ein Brennstoff aus der Steinzeit ?

... das ist wohl die am weitesten verbreitete Meinung, genauso wie die Angst vor gelb-braun rauchenden Schloten, die die Umwelt verpesten und das Atmen schwer machen oder vor saurem Regen, der die Wälder sterben lässt. Horrorszenen – wie auf der Kinoleinwand.

In Wirklichkeit muss man schon genauer hinsehen, wenn man mehr über die Braunkohle erfahren will:

Nun gut, wir haben schon in der Grundschule gelernt, dass Braunkohle im Tertiär entstanden ist. Also vor ca. 65-2 Mio. Jahren. Eine ganz schön lange Zeit also. Die Steinzeit war da schon etwas später. Und die Braunkohle wurde auch nicht in der Steinzeit als Energieträger verwertet (...da wurde noch am offenen Holzfeuer gekocht). Soviel dazu.

Die Behauptung, GETEC würde Anlagen zur Verbrennung von Braunkohlenstaub (kurz: BKS) errichten mit einer Technologie aus der Steinzeit, ist dann wohl schon viel mehr als naiv.

Schauen wir uns den Prozess der Energieerzeugung aus BKS einmal genauer an:

-          Die Gewinnung: Braunkohle hat den angenehmen Vorteil, dass sie nicht tief in der Erde sondern oberflächennah in sogenannten Flözen lagert. Die Gewinnung der Braunkohle ist in Deutschland im wesentlichen in den Abbaugebieten im Rheinland (Aachener Becken, größter Tagebau: Garzweiler) und in der Lausitz (Lausitz-Kohle) sowie in kleineren Abbaugebieten (MIBRAG-Kohle nähe Leipzig) ökonomisch sinnvoll. Im Tagebau werden dazu die Deckschichten über dem Kohleflöz abgeräumt und auf einer naheliegenden Seite verkippt. Schicht für Schicht. Nachdem dann die Kohle über Bagger, Bänder und Züge aus dem Tagebau heraustransportiert wurde, wird die Grube mit dem Abraummaterial wieder verfüllt. Schicht für Schicht, zuerst nur Sand und abschließend den Mutterboden nach oben. Natürlich reicht der zuvor geförderte Abraum nicht ganz, es fehlt ja die Kohle. Deshalb gibt es die sogenannten Tagebaurestlöcher, die meistens geflutet und im Rahmen der Rekultivierung unter ökologischen Gesichtspunkten angelegte Seen werden. Übrigens: Ein Problem der Gewinnung von Bodenschätzen im Bergbau (auch Tagebau ist Bergbau) stellt das Grundwasser dar. Zur Gewinnung von 1 to Braunkohle müssen ca. 4 to Wasser bewegt werden. Die Grundwasserabsenkung findet im Tagebau über ein äußerst komplexes Leitungssystem statt, das Wasser wird größtenteils in die umliegenden Gebiete verteilt. Die Erfahrung zeigt, dass nach der Rekultivierung innerhalb weniger Monaten ein stabiler Grundwasserspiegel erreicht ist. Und noch eine Ergänzung: Der Braunkohle-Abbau muss selbstverständlich für die Kosten der Rekultivierung allein aufkommen! Dafür – wie für die gesamte Gewinnung der Braunkohle in ganz Deutschland – werden keine Subventionen vom Staat gezahlt. Das wird oft behauptet – ist aber schlichtweg falsch.

 

-          Die Aufbereitung: Kohle ist nicht gleich Kohle. Da Kohle ein Naturprodukt ist unterliegt sie hinsichtlich ihrer Zusammensetzung und Konzentration der Inhaltstoffe (natürlich) gewissen Schwankungen. Rohkohle (oder Rohbraunkohle) dient zum Verbrennen in den naheliegenden Kraftwerken. Dort werden die größten Mengen der geförderten Kohle energetisch genutzt  (Anteil in Deutschland ca. 28 %). Da die Kernkraftwerke bis 2020 vom Netz gehen werden und mit einem drastischen Rückgang des Energiekonsums nicht zu rechnen ist ergibt sich ein ansteigender Verbrauch. Experten unterschiedlichster Institutionen weisen in Ihren Prognosen einhellig einen Zuwachs der Nutzung der einheimischen Braunkohle auf 34 % der Gesamtenergieproduktion aus. Für die Verbrennung in staubgefeuerten Anlagen wird jedoch keine Rohbraunkohle verwendet. Ein aufwändiges Verfahren mischt zunächst ausschließlich geeignete Kohlesorten miteinander, danach wird die Kohle gemahlen, gesiebt, getrocknet und nach erfolgter Qualitätskontrolle zu Briketts und eben Braunkohlenstaub weiterverarbeitet. Der erzeugte Brennstoff stellt das höchstveredelte Braunkohlenprodukt dar, welches mit hohem Heizwert, hoher Homogenität, stabilem Brennverhalten und ausgezeichneten Emissionsdaten aufwarten kann. Der Fremdstoffanteil beträgt im Mittel nur 3..4 %, also 30..40kg pro Tonne Brennstoff!

 

-          Der Transport: Der Brennstoff wird in geschlossenen straßen- oder schienengebundenen Silofahrzeugen angeliefert. Die Silos sind ab Abfüllort inertisiert (Eigeninertisierung à beim Befüllen reagiert der Luftsauerstoff mit dem Braunkohlenstaub à der Sauerstoffgehalt sinkt unter die für eine Entzündung notwendige Konzentration). Eine Entzündung während des Transportes wird so zuverlässig unterbunden ist. BKS ist ein feiner, brauner, geruchloser Staub ohne toxische (giftige) Eigenschaften. Er ist nicht wassergefährdend, der Straßen- und Schienentransport hat sich über Jahre hinweg als sicher erwiesen. Es ist noch nie zu Bränden und Explosionen (wie z.B. bei Öl-, Holz- und Flüssiggastransporten) gekommen. Eine weitere wichtige Transporteigenschaft: BKS wird hermetisch abgeschlossen transportiert. Das bedeutet, dass keinerlei Staub während Lagerung und Transport austritt – eine saubere Sache also.

 

-          Die Verbrennung: Abgefüllt in geschlossenen, ebenfalls hermetisch dichten Lagersilos verweilt der Kohlenstaub bis er für die Verbrennung angefordert wird. Im unteren Bereich des Silos wird der Staub mit einer Dosiermaschine aus dem Silo abgezogen. Hier wird er mit Luft (Fluidisierluft) vermengt, wobei er zu einer Art „Flüssigkeit“ wird (fließfähiges Gemisch). Diese kann nun relativ einfach durch die Rohrleitung zum Brenner gefördert werden. Die Verbrennung ist relativ unspektakulär. Das fließfähige Gemisch wird nun im Brenner entzündet. Dieser Vorgang dauert nur wenige Sekunden und erfolgt durch einen separaten Zündbrenner. Brennt die Flamme, kann sie je nach Leistungsbedarf über einen weiten Regelbereich verändert werden.

 

-          Die Abgasreinigung: Jeder der schon mal einen Feststoff (auch Staub ist fest – nur eben sehr feinkörnig) verbrannt hat, weiß, dass dabei Rückstände zurück bleiben. Diese werden, da sich die gesamte Verbrennung in einem geschlossenen System befindet, durch den gesamten Heizkessel mit dem bei der Verbrennung entstehenden Rauchgas transportiert. Bevor jedoch diese Gase durch den Kamin ins Freie gelangen, müssen sie eine Filteranlage passieren. In diesem Anlagenteil werden nahezu alle Stäube und festen Partikel aus dem Rauchgas abgeschieden, um ein geruchloses, unsichtbares und vor allen Dingen unbedenkliches Rauchgas aus dem Kamin zu entlassen. Hintergrund dieser aufwendigen Reinigung sind die in Deutschland sehr hohen Anforderungen an Abgase aus Heizungsanlagen.

 

-          Zum Thema Selbstentschwefelung der rheinischen Braunkohle: Auf dem Gebiet der heutigen rheinischen Tagebaue war bei der Bildung der Braunkohle Kalk in größeren Mengen im Boden vorhanden. Die dort abgebaute Braunkohle verfügt also schon von Beginn an über einen gewissen Anteil an Kalk. Was aber bedeutet das für die Verbrennung? Ganz einfach, während der Verbrennung bindet sich das entstandene Schwefeldioxid an vorhandenes Kalziumoxid an. Damit wird das Schwefeldioxid aus dem gasförmigen Zustand in einen festen Zustand gebracht. Nun kann es ganz einfach, wie auch die anderen festen Bestandteile im Abgas durch den Filter abgeschieden werden. Neben dem von Natur aus geringen Gehalt an Schwefel (ca. 0,35 %) wird dadurch etwa die Hälfte des bei der Verbrennung freigesetzten Schwefeldioxides sofort wieder gebunden und gelangt damit nicht in die Atmosphäre. Moderne Anlagen – wie die geplante – unterschreiten im Jahresdurchschnitt ohne weiteres die Grenzwerte der Luftreinhalteverordnung um 50 %. Bei der Verbrennung anderer Kohlenstaubsorten (z.B. LauBAG) werden ähnliche Ergebnisse nur durch den Einsatz von separat zugesetztem Kalk erreicht (GETEC betreibt auch Anlagen mit LauBAG-Staub).
Übrigens: Die von uns installierten Filter haben den Ruf, die modernsten und saubersten zu sein, die man in Verbrennungsanlagen finden kann. Die Filterwirkung ist viermal besser als gesetzlich vorgeschrieben.

 

-          Eine saubere Sache – sicher, erprobt und wirtschaftlich: Wie Sie sehen, ist Braunkohlenstaub ein hocheffizienter, veredelter und sicherer Brennstoff. Wichtig für Gesundheit und Umwelt: Die Anlagentechnik auf - modernsten Erkenntnissen basierend - verbrennt BKS hocheffizient und mit geringst möglichen Schadstoffausstoß.
Für jede Anlage, gleich ob mit Erdgas, Heizöl, Holz oder Kohle befeuert, schreibt der Gesetzgeber eine sorgfältige und unabhängige Prüfung der Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen, Tiere und der Natur zwingend vor.

 

-          Und was bedeutet das für das geplante Heizwerk? Selbst verständlich haben wir auch für dieses Objekt umfangreiche Prüfungen vom TÜV durchführen lassen. Unter anderem werden unter Zuhilfenahme von langjährigen meteorologischen und unter Ansatz des Geländeprofils für den ungünstigsten Fall (konservative Berechnung) Simulationen angefertigt, die eine detaillierte und sehr genaue Prognose der Auswirkungen zum Ergebnis haben.

 

-          Ergebnis der TÜV Prüfung: Keine nachteiligen Auswirkungen durch die Immissionen (das sind die auf die Menschen und deren Umwelt zurückkehrenden Luftschadstoffe) der geplanten Anlage.
Daraus ergibt sich unmittelbar auch ein genereller Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb.
In allen zu betrachtenden Punkten liegen die Werte im Bereich einer irrelevanten Zusatzbelastung. Das bedeutet, dass die Belastung, die durch den Betrieb des Heizwerkes entsteht, so gering ist, dass die Auswirkungen auf die Umwelt und die Menschen vernachlässigbar sind.

 

-          Gute Aussichten: GETEC gibt sich mit dem erreichten technologischen Niveau nicht zufrieden! Ständige Innovationen und Verbesserungen der Anlagentechnik führen nicht nur zu noch höheren Wirkungsgraden sondern auch zu einer weiteren Verbesserung der Schadstoffbilanz. Ein Gedanke: Auch Gas- und Ölfeuerungen arbeiten nicht schadstofffrei! Ein Großteil der ölbefeuerten Anlagen hat sogar schlechtere Emissionswerte als unsere BKS-Heizwerke! Auch holzbefeuerte Anlagen sind in Hinsicht auf ihre Umweltverträglichkeit keinesfalls Musterknaben. Um unseren Ansprüchen an eine ganzheitliche Energieversorgung gerecht zu werden arbeiten wir intensiv an der Entwicklung der „Druckkohlenstaubtechnik“ - ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit als „ressourcenschonende und zukunftsweisende Technologie“ ausgewiesenes Verfahren, aktiv mit. (weitere Informationen: www.bmwi.de )

 

 

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